Kindheit 90
Kurzgeschichten aus der Vergangenheit – zum Durchblättern wie in einem echten Buch.
Kurzgeschichten
Kindheit 90
Erinnerungen, Abenteuer und Geschichten aus einer besonderen Zeit.
Wöchentlich neue Kurzgeschichten.
Willkommen im Buch
Zuerst stellen wir Ihnen die Charaktere vor – die Menschen, die in diesen Geschichten leben.
Danach folgen die Kurzgeschichten – viel Spass beim Durchblättern.
Teil I
Die Charaktere
Lernen Sie die Figuren kennen, bevor die Geschichten beginnen.

Charakter
Tom – der Anführer
Kleidung: Weites T-Shirt mit Logo (z. B. Skateboard oder Comicfigur), Jeansshorts, Turnschuhe (bunt, 90er-Style).
Accessoires: Hosentasche immer voll mit Murmeln oder Bonbons.
Körperbau: Sportlich, flink.

Charakter
Mia - die Schlaue
Kleidung: Bunte Latzhose, gestreiftes T-Shirt drunter, Sneakers.
Accessoires: Runde Brille, kleine Umhängetasche (mit Notizbuch & Stiften).
Körperbau: Schlank, wirkt ordentlich.

Charakter
Ben - der Spassvogel
Kleidung: Weite bunte T-Shirts (mit Sprüchen oder Cartoon-Motiven), zu grosse Shorts, bunte Socken, Sneaker.
Accessoires: Kaugummi-Blase, manchmal ein Jo-Jo oder Wasserspritzpistole dabei.
Körperbau: Etwas grösser als die anderen, immer in Bewegung.

Charakter
Lisa - die Kreative
Kleidung: Pastellfarbenes Shirt, Radlerhose oder bunter Rock.
Accessoires: Immer einen Stift, Kreide oder ein Malheft dabei.
Körperbau: Schmal, wirkt oft verträumt.

Charakter
Jonas - der Mutige (aber Tollpatschige)
Kleidung: Kurze Hose (immer zerkratze Knie), kariertes Hemd offen über einem T-Shirt.
Accessoires: Pflaster an Arm oder Bein, manchmal mit Schirmmütze.
Körperbau: Eher dünn, wirkt manchmal etwas unkoordiniert.

Charakter
Sophie - die Herzliche
Kleidung: Ringelshirt, blaue Latzrock-Kombination oder weite Shorts.
Accessoires: Ein kleines Kuscheltier-Maskottchen, das sie überallhin mitnimmt.
Körperbau: Normal gebaut, warme Ausstrahlung.
Teil II
Die Geschichten
Kurzgeschichten aus der Kindheit der 90er Jahre.

Die Papierschnipsel-Schlacht
Der Unterricht zog sich endlos dahin. Frau Meier schrieb eine lange Matheaufgabe an die Tafel, während die Clique kaum stillsitzen konnte. Ben gähnte so laut, dass sogar Jonas kichern musste. Tom stupste Mia an und flüsterte: „Ich halt das nicht mehr aus.“ Schon begann er, ein kleines Papierstück aus seinem Heft zu reissen und es zu einer winzigen Kugel zu rollen. Mit einem gezielten Schubs landete die Kugel auf Bens Tisch.
Ben grinste breit, kaute sein Kaugummi und katapultierte den Schnipsel mit seinem Lineal direkt zurück. Diesmal landete er mitten in Mias Haaren. „Hey!“, fauchte sie, doch ihre Augen funkelten dabei vergnügt. Und ehe sie sich versah, bastelte auch sie eine kleine Kugel und liess sie quer durch die Reihe fliegen.
Bald war das ganze Klassenzimmer erfüllt von kleinen Papierschnipseln, die in alle Richtungen sausten. Lisa versuchte, ihre Schnipsel kunstvoll in Herzform zu falten, bevor sie sie losschickte. Sophie lachte Tränen, während sie versuchte, Jonas zu treffen – doch der duckte sich jedes Mal und rief: „Daneben!“
Plötzlich wurde es wild. Ben baute sich aus seinem Heftdeckel eine kleine Katapultschleuder, Tom zielte direkt auf Jonas’ Kopf, und Mia notierte heimlich Punkte in ihr Notizbuch: „Treffer! Jonas – 3:0!“ Das Chaos wuchs, Papier flog durch die Luft, als wäre es ein Schneesturm mitten im Sommer.
Doch genau in dem Moment drehte sich Frau Meier von der Tafel um. Ihr Blick fiel auf die Kinder, die hektisch versuchten, unschuldig zu wirken. Überall lagen Papierschnipsel auf dem Boden, in den Haaren, sogar auf dem Lehrerpult. Für einen Augenblick herrschte absolute Stille. Dann trat Frau Meier langsam vor, hob einen der Schnipsel auf – und warf ihn mit einem kleinen Lächeln direkt zurück.
Die ganze Klasse brach in schallendes Gelächter aus. Für ein paar Sekunden war selbst die Lehrerin Teil der Schlacht gewesen. Danach mussten natürlich alle gemeinsam aufräumen – aber die Clique war sich einig: Diese Stunde würden sie niemals vergessen.

Kleine Liebesbriefe
Es war ein grauer Dienstagmorgen, und die Luft im Klassenzimmer war schwer vor Langeweile. Frau Meier diktierte Vokabeln, während draußen die Sonne verlockend schien. Lisa tippte mit dem Bleistift auf ihr Heft und spähte verstohlen zu Sophie. Mit einem verschmitzten Lächeln begann sie, einen kleinen Zettel zu falten. Darauf schrieb sie mit verschnörkelten Buchstaben: „Magst du Tom? Kreuze an: Ja □ Nein □“
Sophie erschrak, als Lisa den gefalteten Brief unauffällig über den Tisch schob. Ihr Gesicht lief rot an, sie schaute kurz zu Tom, der ahnungslos seine Basecap drehte. Ben, der die Szene beobachtet hatte, prustete fast los und pustete eine riesige Kaugummiblase, nur um die Spannung zu steigern.
Sophie wollte gerade ankreuzen, als der Zettel von ihrem Tisch rutschte. Noch bevor sie ihn aufheben konnte, landete er genau vor Jonas. Mit einem breiten Grinsen riss der ihn auf. „Oooh, was haben wir denn hier?“ rief er viel zu laut. Sofort drehte sich die ganze Klasse zu ihm.
Tom, der plötzlich seinen Namen hörte, wurde knallrot. „Heeey, gib das her!“, rief er und versuchte, Jonas den Zettel aus der Hand zu reißen. Aber Jonas war schneller, hob ihn hoch wie eine Trophäe und las vor: „Magst du Tom? Kreuze an: Ja oder Nein!“
Die Klasse brach in Gelächter aus. Sophie vergrub ihr Gesicht in den Händen, Lisa biss sich auf die Lippen, um nicht selbst loszuprusten. Ben kugelte sich fast vor Lachen, während seine Kaugummiblase platzte und in seinen Haaren klebte.
Frau Meier, die Lehrerin, räusperte sich streng. „Na, wenn hier schon Liebesbriefe verteilt werden, dann möchte ich die gleich selbst mal sehen.“ Jonas reichte ihr den Zettel zögernd. Sie las ihn, seufzte und legte ihn auf den Lehrertisch. „Kinder, Liebesbriefe sind ja schön und gut – aber vielleicht nicht mitten im Unterricht.“
Nach der Stunde standen alle auf dem Schulhof. Tom versuchte, möglichst cool zu wirken. „War doch nur ein Witz, oder?“ murmelte er. Sophie schielte verlegen zu ihm, und Lisa kicherte: „Vielleicht auch nicht.“
Am Ende lachten sie alle gemeinsam über die peinliche, aber unvergessliche Szene. Und Tom? Der zog seine Basecap tief ins Gesicht, doch ein kleines Lächeln konnte er nicht verbergen.

Bude bauen
Es war ein Samstagnachmittag, und die Clique hatte mal wieder Langeweile. „Wir brauchen ein richtiges Hauptquartier!“, rief Tom, während er sich die Basecap zurechtrückte. Jonas nickte eifrig, seine zerkratzten Knie blitzten im Sonnenlicht. „Lasst uns eine Bude bauen, so richtig geheim – nur für uns!“
Ben hatte sofort tausend Ideen. „Wir brauchen Bretter, Decken, Kisten… und ein geheimes Passwort!“ Lisa lachte und kramte schon Papier und Stifte hervor: „Ich male ein Schild für den Eingang.“ Mia übernahm wie immer die Planung: Sie kritzelte in ihr Notizbuch, wer was besorgen sollte. Sophie drückte ihr Kuscheltier-Anhängerchen an die Brust und flüsterte: „Aber es muss gemütlich werden, ja?“
Schon eine Stunde später stapelten sich Decken, alte Holzlatten, ein paar Kisten und sogar eine kaputte Matratze hinter dem Gartenzaun. Tom und Jonas schleppten die Bretter, Ben versuchte, mit einer Wäscheleine alles zusammenzuknoten – was natürlich sofort zusammenbrach. Lachend begannen sie von vorn, diesmal mit mehr Geduld.
Langsam wuchs ihre Bude: Wände aus Kisten, das Dach aus bunten Decken, die mit Wäscheklammern festgesteckt waren. Lisa hängte ihr Schild vorne dran: „CLUB 6 – Eintritt nur mit Passwort!“ Ben blies stolz eine Kaugummiblase und erklärte: „Das Passwort ist: Brausebonbon!“
Drinnen war es herrlich chaotisch. Taschenlampen tauchten alles in ein geheimnisvolles Licht, eine leere Chipstüte knisterte, Comics und Sticker lagen verstreut. Sophie schmückte die Ecke mit bunten Bändern, und Jonas bestand darauf, dass seine Wasserpistole die offizielle „Buden-Waffe“ wurde.
Gerade als alle es sich gemütlich gemacht hatten, kippte eine Seitenwand plötzlich nach außen. „Haltet sie fest!“ rief Tom, aber zu spät – mit einem lauten RUMMS brach fast die halbe Bude zusammen. Für einen Moment herrschte Stille, dann brachen alle in schallendes Gelächter aus.
„Okay“, japste Mia zwischen zwei Lachtränen, „wir brauchen eindeutig bessere Baupläne.“ Lisa nickte: „Aber wisst ihr was? Selbst wenn sie zusammenbricht – das ist unsere Bude!“
Und so verbrachten sie den Rest des Tages damit, ihre geheime Festung immer wieder neu aufzubauen, jedes Mal ein bisschen stabiler, aber immer genauso chaotisch wie ihre Freundschaft.

Bolzplatz-Duell
Der Bolzplatz am Ende der Straße war an diesem Nachmittag voller Leben. Staub wirbelte auf, das Netz am alten Tor hing schief, und die Clique stand schon ungeduldig mit ihrem Ball bereit. „Heute zeigen wir’s den Großen!“, rief Tom entschlossen und drehte seine Basecap nach hinten.
Die „Großen“ – drei ältere Jungs aus der Nachbarschaft – stellten sich grinsend auf die andere Seite des Platzes. „Na ihr Kleinen, wollt ihr wirklich gegen uns spielen?“ Einer lachte höhnisch, und Jonas, der schon wieder ein Pflaster am Knie hatte, rief: „Klar! Wir sind die Club-6-Auswahl!“
Das Spiel begann hektisch. Ben stürmte sofort nach vorne, stolperte aber fast über seine eigenen Füße, während er eine riesige Kaugummiblase aufblies. Mia rief von hinten: „Ben, konzentrier dich!“, während sie gleichzeitig Strichlisten der Tore ins Heft kritzelte. Lisa feuerte aus vollem Hals an und rannte mit, als würde sie das Spielfeld bemalen wollen. Sophie schwenkte ihr Kuscheltier-Anhängerchen wie eine Fahne und rief: „Los, wir schaffen das!“
Tom war der Anführer, sprintete flink übers Feld, trickste die Großen einmal aus – aber gleich darauf rutschte Jonas in ihn hinein. Beide landeten lachend im Staub. Die Großen führten schon bald 2:0, und die Clique keuchte. „Wir müssen uns was einfallen lassen!“, flüsterte Tom in der Pause.
Da hatte Lisa eine Idee. „Wir machen die Chaos-Taktik!“ Alle nickten, auch wenn keiner so genau wusste, was das bedeutete. Doch beim nächsten Anstoß rannten plötzlich alle sechs Kinder gleichzeitig auf den Ball los. Ben pustete eine Blase, die genau im richtigen Moment platzte, und die Großen mussten lachen. Jonas stolperte, fiel – und kickte im Fallen den Ball direkt zu Tom.
Tom nahm Anlauf, schoss – und TOOOR! Der Ball knallte ins Netz, das beinahe auseinanderfiel. „2:1!“, jubelte Sophie. In den letzten Minuten gab es ein wildes Durcheinander. Mia blockierte wie ein Profi, Lisa schrie Anweisungen, Jonas rannte wie verrückt. Und dann, im allerletzten Moment, bekam Ben den Ball. Er stolperte, fiel – und schoss dabei zufällig das Ausgleichstor.
Die Großen waren baff. „Unentschieden“, sagten sie grinsend. „Nicht schlecht für die Kleinen.“ Die Clique jubelte, als hätten sie die Weltmeisterschaft gewonnen.
Am Ende lagen alle lachend im Staub, verschwitzt und glücklich. Tom klopfte sich die Shorts ab und grinste: „Nächstes Mal gewinnen wir richtig.“
Ben pustete eine kleine Blase und meinte: „Ich bin schon jetzt der Held. Mein Stolpertor war genial!“
Und so wurde das Bolzplatz-Duell zum Beweis, dass man mit Chaos, Mut und Freundschaft manchmal stärker war als jede perfekte Taktik.

Skatepark
Der Skatepark war der coolste Ort im ganzen Viertel. Die Betonrampen waren mit buntem Graffiti besprüht, überall standen ältere Kids mit ihren Skateboards und Inlinern. Tom stellte sich stolz mit seinem alten, abgenutzten Skateboard auf die Rampe, die Basecap verkehrt herum. „Heute zeigen wir’s denen!“, rief er entschlossen.
Die Clique stand gespannt daneben. Ben pustete eine Kaugummiblase und rief: „Wenn ich einen Trick kann, dann erfinde ich gleich meinen eigenen!“ Er rollte los, versuchte einen Sprung – und landete mit einem lauten Plumps auf dem Hosenboden. Alle prusteten los.
Mia hielt sich die Hand vors Gesicht. „Das ist doch viel zu gefährlich“, murmelte sie, notierte aber gleichzeitig in ihr Notizbuch: Beobachtung: Ben = 0 Punkte für Stil. Lisa setzte sich gemütlich an den Rand und begann mit Kreide bunte Muster auf den Boden zu malen. „Wenn ihr schon runterfallt, dann wenigstens mit schönen Farben drumherum“, lachte sie.
Jonas, voller Mut und wie immer ein bisschen tollpatschig, schnappte sich Toms Skateboard. „Das kann doch nicht so schwer sein!“ Mit wildem Anlauf rollte er die kleine Rampe hinunter, kam ins Schlingern – und raste direkt in einen Papierkorb. „Alles unter Kontrolle!“, rief er, während alle vor Lachen fast umfielen.
Sophie saß auf der Bank, schwenkte ihr Kuscheltier-Anhängerchen wie ein Maskottchen und feuerte die anderen an: „Los, ihr schafft das!“ Tom versuchte inzwischen einen echten Trick: Er sprang mit dem Skateboard leicht ab, drehte sich – und landete tatsächlich wieder auf den Rollen. Für einen Moment war er der Held des Parks. „Wooow!“, rief Sophie, und sogar die älteren Kids nickten anerkennend.
Ben stapfte wieder nach vorne. „Wenn Tom das kann, kann ich das auch!“ Er nahm Schwung, doch genau in dem Moment platzte ihm eine Kaugummiblase, klebte an seinem Gesicht, und er rauschte lachend vom Board.
Am Ende des Tages hatten alle mindestens einen blauen Fleck, dafür aber Bauchschmerzen vom Lachen. Sie saßen erschöpft auf der Rampe, teilten sich eine Flasche Brause und waren sich einig: „Wir sind vielleicht nicht die besten Skater – aber wir haben den meisten Spaß.“

Kiosk-Abenteuer
An einem heissen Sommertag rollten die sechs Freunde mit ihren Fahrrädern den Hügel hinunter, direkt zum kleinen Kiosk an der Ecke. Schon von weitem sah man die bunten Reklametafeln: Eis, Brause, Kaugummi. Der Kiosk war für die Clique mehr als nur ein Laden – er war ein Schatzkästchen voller Abenteuer.
„Ich hab zwei Mark!“, rief Tom stolz und klopfte auf seine Hosentasche, in der die Münzen klimperten. „Ich auch!“, prahlte Ben, doch als er in die Tasche griff, zog er nur eine zerknitterte Kaugummiverpackung heraus. „Äh … fast.“ Alle lachten.
Am Kioskfenster drängten sie sich nebeneinander. Lisa zeigte sofort auf die bunten Kreidestangen, die man essen konnte. „Die sehen aus wie Zauberstäbe!“ Sophie kicherte und hielt ihr Kuscheltier-Anhängerchen hoch: „Der kriegt auch eins.“ Mia überlegte ernsthaft, welche Kombination am meisten Sinn ergab: „Wenn wir Brausepulver nehmen, reicht es für alle.“ Jonas hatte da ganz andere Pläne. „Ich will das grösste Eis, das es gibt!“
Am Ende kauften sie eine wilde Mischung: Brausepulver, saure Zungen, Knallbrause, ein paar Kaugummikugeln aus dem Automaten und ein Eis für Jonas, das fast sofort auf den Boden tropfte. Ben bettelte so lange, bis er ein Stück von allem abbekam.
Direkt daneben setzten sie sich auf den Bordstein. „Okay, Wettbewerb!“, rief Tom. „Wer hält das Brausepulver am längsten im Mund, ohne das Gesicht zu verziehen?“ Einer nach dem anderen schob sich die knisternden Kristalle auf die Zunge. Sophie hielt tapfer durch, Lisa kicherte, Mia machte sich Notizen – doch Jonas zog eine Grimasse, dass alle fast umkippten vor Lachen.
Dann mischte Ben alles in eine alte Colaflasche: Brause, Knallbrause, Gummibärchen. „Das ist jetzt unser Powertrank!“ Er schüttelte die Flasche kräftig – und im nächsten Moment spritzte der Schaum in einer Fontäne über alle hinweg. Sie quietschten, sprangen auf, und Jonas rief: „Jetzt sehen wir aus, als hätten wir unter der Dusche gefrühstückt!“
Triefend vor Lachen und klebrigen Fingern schworen sie, dass der Kiosk-Abenteuer-Tag einer der besten war. „Nächstes Mal sparen wir für den ganzen Laden!“, meinte Tom großspurig. „Und ich krieg ein Eis, das nicht schmilzt!“, fügte Jonas hinzu.
So wurde der kleine Kiosk zu einem magischen Ort – voller Süssigkeiten, Mutproben und Geschichten, die man nie vergass.

Verstecken im Viertel
Der Sommerabend war warm, die Strassen des Viertels rochen nach frisch gemähtem Gras und gegrilltem Fleisch. „Lass uns Verstecken spielen – aber im ganzen Viertel!“, schlug Jonas vor, seine Augen funkelten vor Aufregung. Tom drehte seine Basecap nach hinten und grinste breit. „Deal! Ich bin der Sucher. Zählt bis zwanzig – und dann seid ihr dran!“
Er lehnte sich mit geschlossenen Augen an eine Mauer und begann laut zu zählen: „Eiiins … zwei … drei …“ Schon stoben die anderen auseinander. Ben stolperte beinahe über seine eigenen Füsse, lachte und verschwand hinter einem Mülltonnenhäuschen. Lisa huschte in einen Vorgarten, wo sie zwischen Sonnenblumen hockte. Sophie kicherte leise und versteckte sich hinter einem Wäschegestell voller flatternder Bettlaken.
Mia dagegen überlegte taktisch. „Das beste Versteck ist da, wo keiner suchen würde“, murmelte sie und schlich sich in den alten Schuppen am Ende der Strasse. Jonas rannte wie ein Wirbelwind über den Zaun, landete unsanft, rappelte sich auf und verkroch sich im Holzstapel des Nachbarn.
„… neunzehn, zwanzig! Ich komme!“ rief Tom und öffnete die Augen. Mit grossen Schritten durchkämmte er die Strassen. „Ich weiss, dass ihr hier seid!“ Seine Stimme hallte zwischen den Häusern.
Schon nach kurzer Zeit entdeckte er Sophie – ihr Kuscheltier-Anhänger hing verräterisch unter dem Laken hervor. „Gefunden!“ Sie quietschte und rannte lachend zurück zur Mauer. Ben nieste hinter seiner Mülltonne so laut, dass Tom ihn ebenfalls sofort erwischte.
Lisa hielt länger durch, doch als ein Hund anfing, vor ihrem Sonnenblumenbeet zu bellen, war auch sie verraten. Mia klopfte sich zufrieden auf die Schulter, als Tom schon fast aufgab – bis ein Knarren aus dem Schuppen kam. „Aha!“ Triumphierend zog er sie hervor.
Nur Jonas fehlte. Tom suchte, rief, kroch sogar unter eine Parkbank – nichts. Erst als der Himmel rosa wurde und die ersten Strassenlaternen angingen, hörten sie plötzlich ein lautes „Hatschi!“ aus dem Holzstapel. Jonas sprang hervor, voller Sägespäne und mit roten Flecken im Gesicht. „Na schön, ich gebe auf!“
Alle lachten so laut, dass es durchs ganze Viertel hallte. „Du bist einfach zu gut im Verstecken“, prustete Tom. „Oder zu schlecht im Niesen!“ fügte Ben hinzu, während er sich den Bauch hielt.
Am Ende lagen sie alle keuchend auf dem Bordstein, schworen sich, dass „Verstecken im Viertel“ ab sofort ihr offizielles Spiel blieb – und Jonas für immer der ungeschlagene Meister der geheimen Verstecke war.

Kaugummi-Tauschbörse
Es war ein sonniger Nachmittag, und die Clique hatte sich auf dem Hof hinter der Schule versammelt. Tom kramte in seiner Hosentasche, und ein Schwall bunter, zerknitterter Papierchen rieselte heraus – Kaugummi-Sammelbilder! „Leute, heute machen wir eine richtige Tauschbörse“, verkündete er stolz.
Ben riss sofort seine Tüte auf und kippte einen Berg von Bildern auf den Boden. „Seht her! Ich hab doppelte für alle!“ Er pustete eine Kaugummiblase, die fast so groß war wie sein Gesicht. Lisa runzelte die Stirn und begann, die Bilder ordentlich nach Farben und Themen zu sortieren. „Wenn wir das hier richtig machen, brauchen wir Regeln.“
Sophie hielt ihr Lieblingsbild mit einem Kätzchen hoch. „Das geb ich niemals her!“ Jonas dagegen reckte triumphierend eine Glitzerkarte in die Höhe. „Die ist mega selten – die tausche ich nur gegen drei andere!“ Mia schrieb alles fein säuberlich in ihr Notizbuch: Wer was hat, wer was sucht, und welche Deals schon gemacht wurden.
Bald herrschte ein wildes Durcheinander. „Drei Fussballer gegen den Dino!“, rief Ben. „Vergiss es!“, konterte Tom. Lisa mischte sich ein: „Aber wenn du den Dino nimmst, kannst du von mir den Astronauten bekommen.“ Sophie kicherte, während sie heimlich versuchte, Jonas eine Karte unterzuschieben.
Die Stimmung war ausgelassen, bis plötzlich ein Windstoss kam. Wuuusch! Ein ganzer Schwung Sammelbilder flatterte über den Hof, landete im Gras und auf der Strasse. Alle rannten kreuz und quer, lachten und schrien, während sie die kleinen Schätze wieder einsammelten.
Am Ende sassen sie keuchend im Kreis, die Knie voller Grasflecken, aber glücklich. „Okay“, japste Tom, „ab jetzt sind wir der offizielle Club 6 Kaugummi-Tauschverein.“ Lisa malte schnell ein Schild auf ein altes Heftblatt: „Nur für Mitglieder!“ Ben streckte stolz die Brust raus: „Und ich bin der Kaugummi-Präsident!“
Alle lachten, und Sophie meinte: „Solange wir zusammen tauschen, ist die Sammlung viel schöner als jede einzelne Karte.“
Und so war die Kaugummi-Tauschbörse nicht nur ein lustiger Nachmittag, sondern der Beginn einer neuen Tradition – voller Chaos, Lachen und dem süssen Geschmack von 90er-Kaugummi.

Faschingsfest
Die Turnhalle der Schule war an diesem Nachmittag kaum wiederzuerkennen. Bunte Girlanden hingen von der Decke, Luftschlangen lagen auf dem Boden, und der Duft von Berlinern und Limonade lag in der Luft. „Willkommen zum Faschingsfest!“, rief Frau Meier, als die Musik losdröhnte.
Die Clique kam natürlich in den verrücktesten Kostümen. Tom trug sein Fußballtrikot und die Basecap gleich dazu – und prahlte, dass er als „Profi-Kicker“ ging. Mia hatte sich als Detektivin verkleidet, mit Lupe und Notizbuch. „So entgeht mir keine Spur!“, sagte sie ernst und notierte gleich, wer welches Kostüm trug.
Ben hatte es – wie immer – übertrieben. Er kam in einem riesigen Roboterkostüm aus Kartons, so gross, dass er kaum durch die Tür passte. Schon beim ersten Tanz stolperte er und fiel fast auf den Kuchenstand. Alle brüllten vor Lachen. Lisa war als bunte Fee gekommen, mit glitzernden Flügeln, die ständig an anderen hängenblieben. Jonas stolzierte als Cowboy herum, mit einem Hut, der ihm viel zu gross war. Sophie war der süsseste Clown von allen, mit roter Nase, Ringelshirt und einem breiten Grinsen.
Die Spiele begannen. Beim Luftballontanz hopsten Tom und Lisa zusammen über das Parkett, während Jonas seinen Cowboyhut ständig verlor. Mia gewann beim Kostümquiz, weil sie sich jedes Detail merkte. Ben dagegen blieb im Roboterkostüm in der Tür stecken und musste von Sophie befreit werden.
Doch der Höhepunkt kam beim Kostümwettbewerb. Alle Kinder stellten sich auf, die Lehrer applaudierten – und Ben stapfte in seinem riesigen Kartonanzug auf die Bühne. Er winkte stolz, trat einen Schritt nach vorn – und rumms! fiel der ganze Karton auseinander. Darunter kam Ben lachend in Shorts und buntem T-Shirt zum Vorschein. Die Halle tobte, und er bekam am Ende sogar den Preis für das „lustigste Kostüm“.
Die Clique sass später erschöpft und verschwitzt am Rand, trank Limo und biss in Berliner mit Puderzucker. „Das war das beste Faschingsfest überhaupt!“, rief Sophie. Tom grinste: „Und nächstes Jahr verkleiden wir uns alle als Roboter – aber mit weniger Kartons.“
Und so wurde das Faschingsfest zu einem Tag voller Glitzer, Chaos und Lachen, den keiner von ihnen je vergessen würde.

Schulausflug-Abenteuer
Endlich war es soweit: Der grosse Schulausflug stand bevor. Schon früh am Morgen drängte die Klasse in den Reisebus, Rucksäcke vollgestopft mit Brotdosen, Trinkflaschen und Süßigkeiten. Tom sass natürlich ganz vorne, die Basecap schief im Gesicht, und rief: „Heute wird legendär!“ Ben pustete eine Kaugummiblase, die prompt am Fenster kleben blieb, sehr zum Ärger von Frau Meier, die streng durch die Reihen blickte.
Das Ziel war ein Naturpark am Stadtrand. Kaum ausgestiegen, rannten die Kinder kreuz und quer über die Wiesen. „Wir machen ein Abenteuer draus!“, schlug Jonas vor und stürmte schon Richtung Wald. Lisa kicherte, packte ihre Kreiden ein, die sie überallhin mitnahm, und malte kleine Pfeile auf den Boden, „damit wir den Weg zurückfinden.“
Mia seufzte, zog ihr Notizbuch hervor und erklärte: „Wir brauchen einen Plan, sonst verlaufen wir uns.“ Doch niemand hörte ihr richtig zu – alle waren viel zu aufgeregt. Sophie zeigte begeistert auf einen Schmetterling, der über den Weg flatterte, und rannte hinterher.
Schon nach wenigen Minuten hatte sich die Clique ein Stück vom Rest der Klasse entfernt. Der Wald wurde dichter, und die Geräusche klangen geheimnisvoll. „Äh … ich glaube, wir sind falsch abgebogen“, murmelte Jonas und kratzte sich am Kopf. Tom grinste: „Quatsch, wir sind auf Schatzsuche!“
Sie stapften durch Laub und Gestrüpp, bis Ben plötzlich stolperte und im Matsch landete. Mit einem lauten Platsch spritzte er alle anderen voll. Das Gelächter hallte durch den Wald. „Ben, du bist einfach ein wandelndes Chaos!“, rief Lisa lachend.
Nach einer Weile fanden sie einen kleinen Bach. Sophie planschte mit den Händen im Wasser, während Tom stolz erklärte: „Hier machen wir eine Rast.“ Mia notierte: Entfernung zur Klasse: unbekannt. Stimmung: chaotisch. Jonas bastelte aus Ästen ein „Floß“, das aber sofort kenterte.
Gerade als sie dachten, sie hätten sich hoffnungslos verirrt, hörten sie eine Trillerpfeife. „Kinder! Wo steckt ihr?“, rief Frau Meier von weitem. Alle sprangen auf, winkten wild und liefen lachend zurück zur Gruppe.
Am Ende des Tages sassen sie erschöpft im Bus, voller Grasflecken, Matsch und Geschichten. Tom meinte stolz: „Das war doch viel spannender als jede langweilige Führung!“ Und obwohl Frau Meier die Hände über dem Kopf zusammenschlug, musste auch sie lächeln.
So wurde der Schulausflug zum chaotischen, aber unvergesslichen Abenteuer – und die Clique schwor sich: Beim nächsten Mal nehmen sie extra viele Brote und vielleicht sogar einen Kompass mit.

Jo-Jo-Wettkampf
Der Pausenhof war erfüllt vom Geklapper bunter Jo-Jos, die an langen Schnüren auf und ab sausten. Es war Ben, der die Idee hatte: „Wir machen einen Jo-Jo-Wettkampf! Wer den coolsten Trick kann, ist der Champion.“ Er pustete eine Kaugummiblase und ließ sein rotes Jo-Jo kreisen, bis es klirrend auf den Boden schlug.
Tom stellte sich breitbeinig hin, Basecap schief aufgesetzt, und zeigte den Klassiker: das „Schlafende Jo-Jo“. „Sieht aus, als würde es für immer weiterrollen!“, prahlte er, während die anderen staunten. Mia notierte die Punkte im Notizbuch, streng wie eine Schiedsrichterin. „Saubere Technik“, murmelte sie.
Lisa liess ihr Jo-Jo elegant im „Eiffelturm“-Muster tanzen. „Kunst zählt auch!“, rief sie und bekam Jubel von Sophie, die ihr Kuscheltier-Anhängerchen hochhielt wie einen Pokal. Jonas warf sein Jo-Jo so hoch, dass es fast auf dem Schuldach landete. „Ups!“ Er rannte los, stolperte und landete lachend im Gras.
Doch dann kam Bens Auftritt. „Achtung, jetzt kommt der Megatrick!“ Er wirbelte das Jo-Jo kreuz und quer, die Schnur verhedderte sich sofort, und schließlich blieb das Spielzeug mitten in der Luft hängen. Alle brachen in schallendes Gelächter aus.
„Also, wer ist der Sieger?“, fragte Tom. Mia klappte ihr Notizbuch zu und verkündete ernst: „Jeder hat gewonnen – auf seine chaotische Weise.“ Jonas streckte triumphierend die Arme in die Höhe: „Na klar, ich bin der erste Jo-Jo-König, der fast das Schuldach getroffen hat!“
Am Ende sassen sie alle lachend auf dem Bordstein, die Jo-Jos verknotet, aber die Stimmung auf dem Höhepunkt. Für die Clique stand fest: Der Jo-Jo-Wettkampf war weniger ein Wettbewerb als ein weiterer Tag voller Spass, Chaos und Freundschaft.

Seilspringen & Gummitwist
Der Schulhof war an diesem Nachmittag voller Lachen und Rufen. Lisa kramte ein buntes Springseil aus ihrer Tasche, während Sophie ein langes Gummiband um ihre Knöchel spannte. „Heute machen wir ein Turnier!“, rief sie begeistert. Tom zog skeptisch die Augenbrauen hoch. „Seilspringen? Pah, das ist doch viel zu einfach.“ Ben pustete eine Kaugummiblase und grinste: „Dann zeig mal, ob du’s überhaupt kannst!“
Lisa begann und sprang elegant, während das Seil im Rhythmus über den Asphalt schlug. Sophie klatschte im Takt und jubelte: „Dreifachsprung, wow!“ Mia zählte laut mit, während sie fleissig alles ins Notizbuch schrieb. „Lisa: zwanzig Sprünge ohne Fehler“, murmelte sie.
Dann war Tom an der Reihe. Er drehte seine Basecap nach hinten, nahm Anlauf – und schon beim dritten Sprung verhedderten sich seine Füsse. Mit einem lauten Plumps landete er auf dem Boden. Die anderen lachten, und selbst Tom musste grinsen. „War nur Aufwärmen!“ Jonas versuchte es ebenfalls, sprang hoch und wild – und landete prompt im Gebüsch neben dem Hof.
Beim Gummitwist zeigte Sophie ihr Können. „So macht man das!“, rief sie und sprang flink in verschiedenen Mustern über das gespannte Band. Lisa folgte und kreierte sogar neue Figuren, die sie „Herzsprung“ nannte. Ben versuchte es auch, aber seine Kaugummiblase platzte genau im Sprung, klebte an seiner Nase und brachte ihn aus dem Gleichgewicht.
Die Stimmung war ausgelassen. Tom rief: „Okay, jetzt machen wir ein Seilspring-Battle!“ Alle stellten sich in einer Reihe auf, das Seil schwang, und einer nach dem anderen sprang hinein. Bald waren alle durcheinander, schrien und lachten, während das Seil sich verhedderte und schließlich alle gleichzeitig hinfielen.
Am Ende lagen sie keuchend auf dem Boden, die Knie aufgeschürft, aber die Gesichter strahlend. „Also gut“, japste Tom, „ich gebe zu – Seilspringen ist viel cooler, als ich dachte.“ Sophie grinste: „Und Gummitwist sowieso!“
So wurde der Nachmittag zu einem fröhlichen Chaos voller Bewegung, Lachen und dem Gefühl, dass Freundschaft die beste Sportart überhaupt war.

Tamagotchi-Chaos
Es war grosse Pause, und der Schulhof brummte vor Stimmen und Gelächter. Doch in der Ecke unter dem alten Kastanienbaum hockte die Clique – und alle starrten gebannt auf ihre kleinen Tamagotchis. Die piependen Eier mit den winzigen Knöpfen waren das Grösste.
„Meiner hat Hunger!“, rief Ben und drückte wild auf alle Tasten gleichzeitig. „Oder vielleicht muss er schlafen… oder… oh nein, er hat schon wieder gekackt!“ Die anderen lachten Tränen, als er verzweifelt versuchte, das Pixelhäufchen wegzuklicken.
Mia hatte eine Tabelle in ihr Notizbuch gemalt, mit Fütterungszeiten und Schlafplänen. „Ihr müsst euch einfach an den Rhythmus halten“, erklärte sie streng. Tom rollte die Augen und zog seine Basecap tiefer ins Gesicht. „Meiner braucht keinen Plan, der überlebt mit meinem Bauchgefühl!“ – Sekunden später piepste sein Tamagotchi schrill, und er sprang auf. „Was? Schon wieder tot?!“
Lisa streichelte liebevoll über ihr Gerät, als wäre es ein echtes Haustier. „Meins ist voll süss – es hat gerade getanzt!“ Sophie kicherte und hielt ihr Kuscheltier-Anhängerchen neben das kleine Gerät: „Die beiden sind jetzt Freunde.“
Jonas, wie immer tollpatschig, warf sein Tamagotchi hoch in die Luft – und fing es fast nicht wieder. Als er auf den Bildschirm sah, zog er ein verzweifeltes Gesicht. „Oh nein, Game Over!“ stöhnte er. Ben kugelte sich vor Lachen und pustete eine Kaugummiblase: „Deins hat keine Lust mehr auf dich!“
Plötzlich ertönte ein ganzes Konzert aus Pieptönen – alle sechs Geräte piepsten gleichzeitig. Die Clique geriet in Panik. Jeder drückte hektisch auf die Knöpfe, versuchte zu füttern, zu spielen oder zu putzen. Es sah aus wie ein wildes Videospiel mitten auf dem Schulhof.
Genau in diesem Moment kam Frau Meier vorbei, die Lehrerin. Sie verschränkte die Arme und schaute streng auf die Runde. „Und was macht ihr da?“ Für eine Sekunde herrschte absolute Stille, nur das nervige Piepen der Tamagotchis war zu hören. Dann murmelte Sophie kleinlaut: „Ähm… wir üben Verantwortung.“
Frau Meier seufzte, musste aber ein Lächeln unterdrücken. „Na schön – aber in der nächsten Stunde will ich kein Piepsen mehr hören.“
Kaum war sie weg, brachen alle in schallendes Gelächter aus. Tom hob sein Gerät hoch und verkündete: „Okay, ich geb’s zu – vielleicht brauchen wir doch Mias Plan.“
So wurde aus der Pause ein Tamagotchi-Chaos, das die Clique nie vergessen würde – und am Ende hatte selbst Ben begriffen, dass wildes Knöpfedrücken keine echte Strategie war.

Wasserrutschen-Wettbewerb
Das Freibad war an diesem Sommertag überfüllt. Überall planschten Kinder, Pommesduft hing in der Luft, und die Sonne knallte auf das türkisfarbene Wasser. Doch die Clique hatte nur ein Ziel: die grosse, knallblaue Wasserrutsche.
„Heute machen wir ein echtes Rennen!“, rief Tom und drehte seine Basecap nach hinten. „Wer am meisten spritzt, ist der Sieger!“ Jonas hüpfte aufgeregt von einem Bein aufs andere, während Ben eine Kaugummiblase platzte und mit schiefem Grinsen meinte: „Ich mach den Bauchplatscher des Jahrhunderts!“
Die sechs stellten sich oben auf der Rutsche in einer Reihe auf. Sophie klammerte sich kichernd an ihr Kuscheltier-Anhängerchen, Mia zückte ihr Notizbuch und murmelte: „Ich werte nach Geschwindigkeit und Wasserspritzradius.“ Lisa, mit funkelnden Augen, rief: „Und ich zeichne das Siegerplakat danach!“
Dann ging es los. Einer nach dem anderen rutschte die steile Bahn hinunter. Tom sauste wie ein Blitz, spritzte eine riesige Wasserfontäne hoch. Jonas wollte mithalten, verlor das Gleichgewicht und drehte sich halb quer – platschte aber so spektakulär ins Becken, dass alle lachten.
Sophie kreischte die ganze Rutsche hinunter, während Mia versuchte, halbwegs ordentlich zu gleiten – doch beim Eintauchen bekam sie eine Welle mitten ins Gesicht. Ben schliesslich setzte seinem Plan die Krone auf: Er liess sich bäuchlings rutschen, Arme weit ausgestreckt, und landete mit einem Bauchplatscher, der das Wasser meterhoch spritzen liess.
„Gewonnen!“, rief er stolz, während die anderen hustend und lachend im Wasser schwammen. Selbst der Bademeister, der eigentlich streng war, konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen.
Am Ende lagen alle auf ihren Handtüchern in der Sonne, müde, nass und glücklich. „Das war das coolste Rennen überhaupt!“, japste Jonas.
„Bis zur Revanche nächste Woche!“, fügte Tom hinzu, und schon schmiedeten sie neue Pläne für das nächste Freibad-Abenteuer.

Brettspiel-Marathon
Es war ein regnerischer Sonntag, und draussen war kein Abenteuer in Sicht. Also traf sich die Clique bei Sophie im Wohnzimmer, wo ein riesiger Stapel Brettspiele bereitstand. „Heute machen wir den ultimativen Brettspiel-Marathon!“, verkündete Tom und rieb sich die Hände.
Ben pustete eine Kaugummiblase und ließ sie mit einem Plopp zerplatzen. „Ich gewinne sowieso alles!“ Jonas schnaubte: „Ha! Du schummelst doch ständig.“ Lisa setzte sich im Schneidersitz auf den Teppich und begann sofort, die Spielfiguren ordentlich aufzustellen. Mia schrieb in ihr Notizbuch: „Experiment: Welche Spiele führen am meisten zu Streit?“
Sie begannen mit Mensch ärgere dich nicht. Schon beim zweiten Zug warf Ben Jonas’ Figur raus und grinste frech. „Tja, Pech gehabt!“ Jonas sprang auf: „Das war Absicht!“ Doch noch bevor es Streit gab, lachten alle über Jonas’ empörtes Gesicht.
Danach folgte UNO. Ben legte gleich vier „+4“-Karten hintereinander, bis Sophie fast verzweifelte. „Das ist doch unfair!“ rief sie, doch Ben zuckte unschuldig mit den Schultern. „Regeln sind Regeln.“ Lisa warf ihm einen Stift zu: „Das schreibe ich in die Schummel-Liste.“
Bei Monopoly wurde es richtig chaotisch. Tom kaufte sofort die Schlossallee, Mia versuchte, ein ausgeklügeltes Finanzsystem aufzubauen, während Jonas alle seine Häuser auf die falschen Strassen stellte. Ben wollte Miete kassieren, obwohl er gar kein Grundstück hatte. „Schummelalarm!“, rief Sophie lachend.
Nach Stunden war das Wohnzimmer ein einziges Durcheinander: Karten überall, Spielfiguren unter dem Sofa, Würfel in der Blumenvase. Lisa zeichnete ein Plakat: „Club-6-Meisterschaft – Gewinner: Chaos!“
Am Ende waren alle erschöpft, lachten aber Tränen. „Also ehrlich, wir haben mehr gestritten als gespielt“, meinte Mia.
„Aber das war das Beste am ganzen Tag!“, fügte Jonas hinzu. Ben blies eine letzte Kaugummiblase: „Ich hab sowieso gewonnen – im Schummeln!“
Und so endete der Brettspiel-Marathon ohne wirklichen Sieger, aber mit der Erkenntnis, dass das Chaos das schönste Spiel von allen war.
Ende
Danke fürs Lesen
Mehr Geschichten folgen – schauen Sie bald wieder vorbei.